2. September 2015 Daniel

Warum es keinen Sinn macht Facebook zu hassen

Im zweiten Teil der 3-teilen Serie “Die größten Fehler die du bei Facebook machen kannst” erfährst du, warum es keinen Sinn macht Facebook zu hassen.

Leute echt, ich kann es nicht mehr hören.

Diese ewige Rumgeheule dass Facebook keinem mehr deine Beiträge anzeigt.

Der verzweifelte Appell dass die Fans doch bitte „Benachrichtigungen erhalten“ aktivieren sollen (klar, machen die auf jeden Fall…nicht).

Legendär auch der Post einer kleinen Fashion Brand die sich dafür entschuldigt so oft ein Produkt zu posten, da ja sonst niemand mehr die Beiträge sehen würde. Gekrönt von einem langem Statement dass man

„…lieber einen weiteren Support Mitarbeiter einstellt als Facebook das Geld in den Arsch zu schieben“.

Die Wahrheit ist: Bleibt man in den nächsten Jahren bei dieser Einstellung, wird man nicht nur keinen zweiten Mitarbeiter einstellen können, sondern den anderen sogar entlassen müssen.

Klingt hart, ist aber so.

Ich find das gar nicht so schlimm dass die organische Reichweite in den vergangenen Jahren massiv reduziert wurde. Bevor ihr jetzt mit Steinen auf mich werft, erkläre ich euch gerne warum.

1) Du musst die Qualität deiner Beiträge erhöhen: Content ist King!

Früher hast du vielleicht jeden Scheiss rausgehauen, hat ja trotzdem funktioniert.

Die Beschränkung der organischen Reichweite hat vor allem eine Gatekeeper Funktion (neben dem Grund dass Facebook sich aus verständlichen Gründen die Tasche voll knallen will, doch dazu später mehr).

Da Facebook in den letzten Jahren so krass gewachsen ist, würde es den User überfrachten wenn alle Beiträge ungefiltert in der Timeline angezeigt würden. Also selektiert Facebook die Beiträge für den User vor.

In der Praxis wertet der Facebook Algorithmus das Verhalten der ersten X Nutzer aus, denen dein neuer Beitrag angezeigt wird.

Interagieren deine Fans überdurchschnittlich viel mit deinem Beitrag (im Vergleich zu anderen Postings von dir), pusht Facebook deinen Beitrag weiter. Als nächstes wertet Facebook die Reaktion der nächsten X Fans aus.

Sendet auch diese Fan Gruppe ein positives Feedback, wird dein Post noch mehr Menschen angezeigt.

So ist es durchaus möglich mit guten und cleveren Beiträgen einen Großteil seiner Fans zu erreichen.

Wenn ein Beitrag dann sogar noch ein viraler Hit wird (also besonders oft geteilt wird), sind noch größere Reichweiten möglich. Das klappt natürlich nicht immer und es ist schon ein Erfolg wenn dein Beitrag besser abschneidet als dein Durchschnitt.

Bitte vergesse nicht: Du erreichst hiermit kostenlos deine Zielgruppe. Ich finde 10% + x Fans kostenlos zu erreichen immer noch besser als gar keine.

Sehe den Verlust der organischen Reichweite als Chance: Viele geben jetzt auf oder haben keine Lust besseren Content zu erstellen. Das Haifischbecken dünnt sich also aus. Hier liegen deine Chancen.

Wie du gute Beiträge erstellst, erfährst du im dritten Teil dieser Serie.

2) Du musst dich mit Facebook Ads beschäftigen

Man muss ja manchmal erst einmal auf die Schnauze fallen bevor man neue und bessere Wege geht.

So ist es bei mir mit Facebook Advertising gelaufen. Ende 2012 habe ich angefangen die Fanpage für meine eigene Fashion Brand aufzubauen. Damals war die organische Reichweite noch ganz okay und ich hatte keinen Plan von Advertising.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich meine eigene Seite und meine Produkt über andere große Facebook Seiten gepusht. Das lief auch eine Zeit lang echt sehr gut und so wuchs meine Seite zu Beginn recht schnell.

Das Problem ist nur, dass die oft jugendlichen Seiteninhaber nicht so gaaaaaaaaaanz zuverlässig waren oder die Seiten oft wegen irgendwelchen Verstößen gelöscht wurden.

Ja ich weiß, vielleicht nicht die beste Marketing Taktik.

Im Zuge der Senkung der organischen Reichweite verlor diese Art der „Promoted Posts“ zunehmend an Attraktivität. Ich musste also zwanghaft nach neuen Möglichkeiten suchen.

Heute weiß ich: Das war das Beste was mir passieren konnte.

Facebook will also dass du für höhere Reichweiten bezahlst. Ooooooh, das ist aber wirklich ein Verbrechen. Wie können die nur! Ist der Mark nicht schon reich genug?

Wer das nicht vorausgesehen hat und sich jetzt wundert, hätte sich niemals auf Facebook einlassen dürfen. Spätestens seit dem Börsengang muss Facebook gute Zahlen liefern.

Ich bin dankbar dass ich durch Facebook Ads so krasse Möglichkeiten habe zu performen. Ich kann meine Zielgruppe bis aufs kleinste Detail selektieren und ansprechen.

Mittlerweile generiere ich bei meinem Modelabel YAHROK ca. 90% des kompletten Umsatzes über Facebook Ads.

Das hat natürlich nicht von heute auf morgen geklappt und ich habe viel ausprobiert.

Genau hier liegt ein weiterer großer Vorteil der bezahlten Werbung über Facebook. Du brauchst kein riesiges Marketing Budget um verschiedene Werbeanzeigen zu testen. Es besteht auch keine Gefahr dass du viel Geld verbrennst wenn du deine Anzeigen in den ersten Tagen genau beobachtest und überwachst. Du bekommst direkt ein Feedback ob deine Kampagnen gut laufen oder nicht.

Um das zu verstehen muss man die Zielsetzung und das Geschäftsmodell von Facebook betrachten. Facebook verdient durch Werbeanzeigen Geld und hat ein natürliches Interesse dass die Einnahmen immer weiter steigen.

Werden die User durch zu viele oder schlechte Werbeanzeigen vergrault, geht der Schuss jedoch komplett nach hinten los. Deshalb achtet Facebook auf gute und hochwertige Anzeigen.

So kann es passieren dass eine deiner Anzeige nach einer Testphase gar nicht mehr ausgespielt wird.

Der Algorithmus hat durch direktes (“Ich möchte das nicht sehen”) oder indirektes (Keine Interaktion) Feedback erkannt, dass deine Werbung für den User keine Relevanz hat.

Da kannst du noch soviel Budget in deine Kampagne reinbuttern, es wird dir nicht weiterhelfen. Wenn es hart auf hart kommt wird sich Facebook immer pro User und contra Geld entscheiden.

Durch dieses System besteht bereits ein interner “Vollidioten” Schutz bevor du haufenweise Kohle aus dem Fenster wirfst.

Umgekehrt hat das jedoch auch zur Folge dass gute Anzeigen immer weiter ausgespielt werden und günstiger werden. So eine Anzeige ist ein echter Jackpot und kann dir über Wochen oder Monate eine Automatisierung deiner Conversions erzeugen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ich lasse eine Anzeige bereits seit Oktober letztem Jahres konsequent durchlaufen und schaue maximal 1 x pro Woche in die Statistik.

Ich möchte heute gar nicht so tief in die Thematik Facebook Ads einsteigen. Da wird es in Zukunft sicherlich noch das ein oder andere Tutorial aus der Praxis geben.

Ich möchte dir nur dingend empfehlen dass du dich mit grundsätzlich damit beschäftigst, denn günstiger und besser kannst du im Moment keine Werbung schalten.

1)Fazit

Du darfst noch einmal laut schniefen, aber dann wird es Zeit die Taschentücher endlich wegzulegen.

Fange endlich an dir mehr Mühe mit deinem Content zu geben.

Fange endlich an Facebook als deinen Freund und Helfer zu sehen, dem du ab und zu ein bisschen Trinkgeld für gute Leistungen gibst.

Glaube mir, es wird sich lohnen.

Deshalb sage ich: FACEBOOK, BITTE NIMM MEIN GELD!!!

Hier geht es zu den anderen Teilen der Serie:

Teil 1: Warum du deine Facebook Fanpage wie ein Date behandeln solltest

Teil 3: 5 Gründe warum du deine Facebook Fanpage ruinieren wirst